Silhouette eines Mountainbike-Fahrers bei einem hohen Sprung im Bikepark vor orangefarbenem Sonnenuntergang und Dirtjumps.
Silhouette eines Mountainbike-Fahrers bei einem hohen Sprung im Bikepark vor orangefarbenem Sonnenuntergang und Dirtjumps.

FEFBF8

1860 Artikel

Filter

Sortierung

  • Highlights

  • Kategorien

  • Farbe

  • Preis

Artikel

Seite
von 78

Tipps & Artikel zum Thema Gravity/MTB

FAQ: Was bedeutet Gravity?

Gravity-MTB ist der Oberbegriff aller MTB-Disziplinen, bei denen die Schwerkraft die zentrale Rolle spielt. Angefangen mit Downhill-MTB, der massentauglichen Königsdiziplin des gepflegten Bergab-Heizens, bekannt durch Fahrerinnen und Fahrer wie Nina Hoffmann, der Atherton-Familie, Sam Hill, Aaron Gwin oder Greg Minaar über die kreativeren Spielarten wie Freeride oder Slopestyle geht es beim Gravity meist um eine möglichst schnelle oder eine möglichst spaßige Talfahrt.

Bergauf geht es für Gravity-Fans am liebsten mit dem Lift im Bikepark, und notfalls auch mit Muskelkraft oder der Tretunterstützung Deines E-MTB.

1. Was ist ein Gravity-Bike?

Ein Gravity-Bike ist eines, bei dem die Downhill-Performance wichtiger ist als seine Fähigkeit, im Uphill zu punkten. Gravity Bikes stellen höchste Anforderungen an alle Komponenten, besonders an Gabel und Dämpfer, an die Stabilität von Rahmen und Laufrädern sowie die Leistungsfähigkeit der Bremsen.

Zunehmend erlangen auch E-MTB an Bedeutung im Gravity-Sport: Mit dem eingebauten Lift Deines E-Antriebs bist Du schneller wieder am Trailhead und machst Dich von den Liftanlagen der Bikeparks unabhängig. So kannst Du mit weniger Anfahrt in kürzerer Zeit mehr Abfahrten und mehr Tiefenmeter sammeln – und darum geht es doch schließlich im Gravity, oder?

2. Welche Parts brauche ich für den Bikepark?

Die gute Nachricht: Mit einem Parkbike musst Du selten selbst bergauf fahren: Das erledigt für Dich der Lift. Dafür ist es umso wichtiger, unverwüstliche Komponenten am Start zu haben: Eine steife Federgabel mit 36 oder mehr Millimeter dicken Standrohren, Coil-Dämpfer, Downhill-Bremsen für die Extraportion Biss und Reifen mit groben Stollen für reichlich Grip und mit fetter Karkasse.

Echte Park-Rats fahren ihre Bikes natürlich Tubeless und brauchen den meist Sattel nur, damit sie in der Schlange am Lift nicht stehen müssen.


3. Was ist der Unterschied zwischen Downhill & Enduro?

Beim Downhill geht es um das namensgebende Bergab-Ballern mit Mountainbikes, die hinsichtlich ihrer Ausstattung und Geometrie genau für diesen Einsatzzweck spezialisiert sind: wuchtige Doppelbrückengabeln mit 200 mm Federweg oder mehr, flache Lenkwinkel, mächtige Bremsanlagen und eine Rahmengeometrie, die klassisches Pedalieren im Sitzen nicht vorsieht, sind die Charakteristika eines Downhill-MTB. Bei Downhill-Rennen racen Fahrerinnen und Fahrer gegen die Uhr über maximal schroffe, steile und schnelle Pisten ins Tal. Der klassische Enduro Rennsport hingegen wertet zwar meist nur die Zeiten der Downhill-Stages, aber die Teilnehmenden müssen dazwischen häufig selbst den Berg hinauftreten. Deswegen sind Enduro-MTB meist nicht so schwer wie Downhill-Bikes, sie verfügen über kürzere Federwege, steilere Lenkwinkel und eine Rahmengeometrie, die das Pedalieren im Sitzen grundsätzlich möglich macht. Ebenso verfügen Enduro-Bikes heute in aller Regel über einen 12-fach-Antrieb, der kurze Gänge für steile Anstiege bereithält, während Downhill-MTB nicht selten und nach Vorlieben nur weniger, vorwiegend lange Gänge oder gar überhaupt keine Gangschaltung mehr aufweisen.

Eine recht neue Sonderform des Enduro Racings sind die E-MTB Rennen wie dem UCI E-Enduro World Cup, bei denen neben klassischen Enduro-Stages auch sogenannte Power Stages, die sich durch teils steile Anstiege in technischem Terrain auszeichnen. Solche Kletterpassagen jenseits des mit klassischen MTB Fahrbaren sind ein besonderes Metier für E-MTB, Kenner sprechen hier auch vom „Uphill Flow“.


4. Wie viel Federweg brauche ich für Slopestyle?

Bei Slopestyle, der spektakulären und Airtime-trächtigsten aller MTB-Disziplinen, bekannt von internationalen Events wie dem Crankworx, Red Bull Joyride in Whistler oder dem Swatch Nines im Greenhill-Bikepark in Schmallenberg im Sauerland fährst Du nicht auf Zeit – denn was hier zählt, ist allein der Style. Speziell gestaltete Parcours mit großen Drops und Sprüngen sind mit glatten Oberflächen auf schnelles Rollen ausgelegt – daher kommt ein Slopestyler mit kürzeren Federwegen zwischen 80 und 130 mm an der Gabel aus. Nicht selten werden sogar Hardtails im Slopestyle gefahren.

Die Red Bull Rampage, das extremste MTB-Event der Welt, hingegen ist kein Slopestyle-Event sondern fällt in die Kategorie Freeride: Auf dem Gelände in der Mojave-Wüste in Utah bauen die Fahrer selbst ihre waghalsigen Lines mit gigantischen Sprüngen und Drops. Die nicht immer unumstrittene Jurywertung erfolgt in den Kategorien Line Choice, Technik, Style und Flow.


5. Welche Protektoren sind Pflicht im Bikepark?

Kaum ein Bikepark erlaubt das Fahren ohne Integralhelm mit Kinnteil, im MTB-Jargon Fullface-Helm genannt. Wer mit Halbschale im Park aufkreuzt, riskiert eine deutliche Ansage vom Liftpersonal oder gar einen Rauswurf – und das ist auch gut so: Zu häufig sind schwere Verletzungen infolge von Gesichtsbremsungen bei Stürzen. Aber auch Rückenprotektoren oder gleich eine Protektorenjacke oder ein Protektorenshirt, natürlich Knieprotektoren und ein Neckbrace, um Verletzungen der Halswirbelsäule bei einem Sturz zu vermeiden, gehören zu der sinnvollen Ausstattung für den Bikepark. Das gilt selbstverständlich nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Eine große Auswahl an Kinder-Protektoren und Kinder-MTB-Helmen findest Du im Shop bei bike components.


6. Welche Reifen eignen sich für Downhill?

Bei Downhill-Reifen kommt es, neben der passenden Größe für Deine Laufräder, auf drei Dinge an: Das richtige Reifenprofil – grobstollig und für die jeweiligen Einsatzbedingungen – von felsig über trocken bis nass – passend, die richtige Gummimischung (häufig auch „Compound“) für maximalen Grip, sowie eine widerstandsfähige Karkasse: Dieses Reifenskelett schützt nicht nur die Felge vor Durchschlägen und verhindert Risse und Löcher, es verleiht einem Reifen auch seine Form und Stabilität: Besonders infolge der hohen Kräfte beim Downhill muss ein Reifen einiges wegstecken. Willst Du lange Freude an Deinen Reifen haben, wähle sie ausreichend stabil für Deinen Haupt-Einsatzzweck.


7. Wie stelle ich meine Federgabel fürs Gravity-Biking ein?

Wer Gravity fährt, braucht eine Federgabel mit ausreichend Federweg. Mit Ausnahme von Dirt-Jump und Slopestyle sollten es schon mindestens 160 mm sein. Downhill-Bikes haben oft 200 mm oder mehr Federweg und besonders dicke Standrohre, um auch grobe Schläge gut wegzustecken. Wenn Du eine Luftfedergabel fährst, musst Du vor dem Feintuning von Compression und Rebound zunächst den passenden Luftdruck ermitteln. Dieser hängt vom Gesamtgewicht von Rider, Ausrüstung und Bike, sowie von Deinen persönlichen Vorlieben ab. Wie auch bei Reifen gilt: Durchschläge sind zu vermeiden. Fahre eine Gabel mit so viel Druck wie notwendig – oder und so wenig wie möglich. 25 % Sag sind ein grober Standardwert.


8. Gibt es spezielle Schuhe für Gravity / Flatpedals?

Gravity-Schuhe für Plattformpedale zeichnen sich durch ihre griffige Sohle aus speziellen Gummimischungen mit großem Kontaktbereich zum Pedal, sowie durch Verstärkungen im Bereich der Zehen, Ferse und Knöchel aus. Wasserdichtigkeit und ein abriebfestes Obermaterial sorgen für zusätzlichen Komfort, wenn es mal wieder zur Sache geht. Ein perfekter Gravity Schuh ist aufgrund seiner Passform bequem an Deinem Fuß, bietet viel Halt und Stabilität sowie guten Stand, sowohl auf dem Pedal als auch im Trail. Viele Modelle verfügen über eine Schnürsenkelabdeckung, einen Klettverschluss oder gar BOA-Verschlüsse, um zu verhindern, dass Schnürsenkel zwischen die Fronten geraten.


9. Welche Marken sind im Gravity-Bereich führend?

Bei bc bekommst Du alles, was die Adrenalinproduktion ankurbelt: Gravity Bikes von Commencal oder Downhiller der österreichischen Boutique-Marke Prime oder den kanadischen Bikes von Forbidden, legendäre Marken wie Santa Cruz oder Specialized, MTB und E-MTB von Cannondale, Yeti-Cycles, Scott oder Marin bieten reichlich Auswahl und haben für jeden und jede das richtige Angebot. Bei Bremsen hast Du die Wahl zwischen den Edel-Bremsen von Trickstuff, der Magura Gustav Pro, einer SRAM Maven oder Shimano Saint. Fahrwerkskomponenten von SRAM, Suntour, Cane Creek, DVO, Marzocchi, MRP, Öhlins oder RockShox gibt es in allen erdenklichen Spezifikationen und sogar farblich passen zu Deinem Boliden.


10. Wie kann ich mein altes Gravity-Bike sinnvoll rebuilden?

Du hast ein älteres Gravity-MTB in der Garage und willst es damit nochmal ordentlich krachen lassen? Mach einen Gabel- und Dämpferservice und eine gründliche Inspektion von Fahrwerk, Laufrädern und Bremsanlage, bevor Du im falschen Moment merkst, dass Deine Technik Dich im Stich lässt. Oftmals können ein Upgrade der Bremsen, frische Reifen oder eine neue, modernere Federgabel einem angestaubten Bike neues Leben einhauchen.